27. April 2026
Zwei Termine für Erstgespräche mit Kindern
Wenn Kinder und Jugendliche zum ersten Mal in meiner Praxis kommen, teile ich den Ersttermin gerne auf.
Der Ersttermin findet mit Mama, Papa oder beiden zusammen statt. Was führt Sie zu mir? Welche Sorgen haben Sie? Was macht Ihr Kind besonders? Wie hat es sich entwickelt? Gab es Schwierigkeiten in der Schwangerschaft, während der Geburt?
Die Eltern haben jetzt Raum, in Ruhe zu reden, können ohne Rücksicht auf ihre Schützlinge auch Tränen fließen lassen. Ich kann mir in Ruhe ein Bild machen, wie sich das Kind entwickelt hat, in welchen familiären Rahmen es aufwächst und wann die Schwierigkeiten angefangen haben. Gab es Auslöser? Umzug, schwere Krankheit, neuer Lebensabschnitt, Trauer...
Für die Kinder sind solche Gespräche oft sehr langatmig und können vor allem auch belastend sein. Das möchte ich vermeiden.
Bei einem zweiten Termin stehen sie im Mittelpunkt. Ich versuche das Vertrauen der Mädchen und Jungen zu gewinnen, untersuche sie und frage natürlich auch, warum sie hier sind. Ob sie Sorgen haben, etwas weh tut oder auch gerne verschwinden soll, damit das Leben schöner ist.
Es kommt gerade bei älteren Kindern vor, dass ich mit ihnen alleine rede, wenn alle einverstanden sind. Die Absprache ist immer gleich: Was die Kinder mir erzählen, bleibt im Zimmer. Und wenn ich denke, dass es gut wäre, wenn die Eltern Bescheid wissen, wird es vorher klar mit dem Kind kommuniziert und wir erzählen es gemeinsam.
Ich bin sehr dankbar für das mir entgegengebrachte Vertrauen von Seiten der Kinder und vor allem von Seiten der Eltern. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass es den Schützlingen wieder besser geht und damit auch der ganzen Familie.
